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 Stuttgart 21

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MaxineStuart
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BeitragThema: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 8:46 am

Hey ihr Lieben!

Ich war vollkommen perplex als ich heut früh die News vom Projekt Stuttgart 21 gesehen hab.
Hier mal ein Link dazu:

http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/11270090-Polizeigewalt-voellig-ueberzogen.html

Was sagt ihr dazu?


Eine total schockierte
Max
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 9:53 am

Oh ja...

Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert.

Es berührt mich sehr, dass es hier um den Schutz der Natur geht und die Menschen bereit sind, sich derartig dafür einzusetzen.

Für Personen, die in Baden-Württemberg leben, gibt es diese Möglichkeit, online zu protestieren:

http://www.campact.de/bahn/sn3/signer

(Silas, bitte nimm den Link wieder raus, falls es für dich nicht o.k. ist)
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 1:30 pm

...da hab ich schon mitgemacht.

Ich glaube, es ist wichtig und wirkungsvoller, die Schönheit und den Schutz der Natur in den Herzen der Menschen zu verankern, hier besonders bei den Kindern.

Ich würd mich ja sogar noch an einen Baum ketten :D bezweifle aber, daß dieser Protest das Fällen verhindert.
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HexenTochter
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 1:32 pm

Ich bin schon dabei, mich ebenfalls dafür einzusetzen! xD

Ich mein - ich wohn ne halbe Stunde von Stunde von Stuttgart weg. Klar, Wald gibts im Schwarzwald genug - aber nyuu - was genau schockt dich denn, Stuardyy? Die Polizisten? Oder das gemeine Volk?

Liebe Grüße - Hexi~

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Das ist nicht wahr! Ein Herz kann noch so schwach sein und manchmal auch nachgeben. Aber ich hab gelernt, dass es tief im Innern ein Licht gibt, dass nie erlischt!

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MaxineStuart
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 2:13 pm

@Hexi: Es ist total unverhältnismäßig wie die Polizei auf die Leute losgegangen ist. Die haben nur Sitzblockaden gemacht und niemanden bedroht und da benutzen die Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer? Und gehen auf Jugendliche und Kinder los?
Die bemühen sich ja nicht mal mehr den Anschein von Demokratie aufrecht zu erhalten.
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HexenTochter
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 2:53 pm

Demokratie? Welche Demokratie bitte, wenn es immer mehr Jugendliche wie mich gibt, die nicht einmal im Traum daran denken zu Wählen?
Ganz ehrlich? Die Sache mit der scheiternden Demokratie is teilweise unsre Schuld, teilweise aber auch die des Staates. Ich mein -wir gehn nicht wählen- sie machen was sie wollen. _das_ ist verständlich.
Aber wenn die Leute denn dann mal was tun, so dagegen vorzugehen, da geb ich dir Recht. Dann braucht auch niemand mehr unsere Generation als "Generation Doof" abzustempeln. Vorallem, da die Menschen ja auch durch alles beeinflusst werden. *vergleicht hier ja nur wieder die Kosten für Bier - und die Kosten für H²O*

Ich finds aber sehr gut, dass die Menschen sich auch von sowas nicht einschüchtern lassen. Nicht alle, zumindest.


Liebe Grüße, hexi~

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Silas
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 3:53 pm

Zitat :
@Hexi: Es ist total unverhältnismäßig wie die Polizei auf die Leute losgegangen ist. Die haben nur Sitzblockaden gemacht und niemanden bedroht und da benutzen die Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer?

Das stimmt nicht so ganz.Die Protestierenden sind teilweise selbst handgreiflich geworden und haben um sich geschlagen oder Pfefferspray benutzt.Auch Polizisten sind verletzt worden.Das erwähnt nämlich niemand.Sicher,es hätte nicht so ausarten dürfen.Aber nur weil es ein Projekt ist,das Widerwillen auslöst - und das auch ich nicht gutheiße - ist nicht die Polizei der Hauptschuldige.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 4:43 pm

Demokratie ist hier das falsche Schlagwort. Wenn gewählte Vertreter ihre Arbeit machen und anschließend selbst in Rechtsstreitigkeiten solche Projekte bestätigt werden, sind solche Proteste an sich ein Hohn auf die Demokratie. Denn dann wird ja gerade die Respektlosigkeit vor den demokratischen Prozessen gezeigt. Eine Gruppe will um jeden Preis und in der letzten Minute doch noch ihre Ziele durchsetzen.

Damit sage ich nicht, daß ich das alles nun supertoll fände. Nur habe ich ein hohe Meinung von der Demokratie und von der Natur. Beides hat Respekt verdient.

Für mich stellt sich noch eine andere Frage, wer macht warum so einen Sturm. Immer wieder auf den letzten Drücker, ganz gleich um was es geht, werden empörte Menschen aufgeboten. Deren Herz mag schon ehrlich sein. Ich habe aber auch früher schon die Erfahrung gemacht, daß Initiatoren eigentlich natürliche Streithansel waren, die gerade davon leben, Konflikte zu schüren.

Will ich solche eine Streitkultur? Soll meine Lebenskraft dahin fließen? Meine Lebenskraft folgt meiner Aufmerksamkeit und meiner Leidenschaft. Ich stärke das, was ich unterstütze auch geistig. Nach meiner Erfahrung ist Natur nur ein Austauschziel für viel Streithansel, die auch gern wieder auf andere Ziele umbuchen. Letztlich dienen sie nicht der Natur und auch keinem Menschen.

Ich sage das, obwohl ich auch in meiner Heimatstadt jedes Jahr wieder erschüttert bin, wo schon wieder ein Stück Natur verschwunden ist. Ich verstehe das Gefühl des Schmerzes um jeden gekannten und geliebten Baum, das hatte ich auch schon oft. Ich glaube aber trotzdem nicht an die Mission der Protestierer, weil ich an sie selbst nicht glaube.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 4:52 pm

Grundsätzlich sind wir alle der Staat, d.h. die Gesellschaft, jeder einzelne von uns ist Teil davon. Und auch Polizisten sind in erster Linie menschliche Wesen.
Das Wesen der Demokratie ist es nun, daß jeder Einzelne als Teil der Gesellschaft Vertreter oder im Direktreferendum wählt.
Und ich denke, bevor wir von Demokratie reden, möge doch ein jeder mal für sich selbst überprüfen, inwieweit er im täglichen Leben die Möglichkeiten zu wählen annimmt.
Denn Wahl bedeutet ja auch immer, sich für etwas zu entscheiden.
Ich glaube auch, daß die Demokratie im Argen liegt - und es hilfreich ist, wieder bei den Menschen, bei der Basis nach Veränderung zu streben, anstatt das System dafür verantwortlich zu machen. Mit den Schultern zu zucken und zu sagen, ich als Einzelner bin machtlos, führt die Demokratie nirgendwo hin.
Es gilt, bei sich selbst anzufangen: wenn Du Dich änderst - ändert sich die Welt *lächel*.


EDIT: im Übrigen schließe ich mich Schwarzbunte an, schöner Beitrag.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 5:31 pm

Das hast Du sehr schön gesagt, Danke !

Wie sehr wir in Wirklichkeit Anteil haben an dem, was uns immer wieder abstößt und ärgert, ist eine schwierige Lektion. Es ist immer so leicht für den Frieden zu kämpfen, weil innerlich der Kampf da ist. Aber es ist unendlich schwierig, für den Frieden friedfertig zu sein.

Ich sehe mich immer als einen, der Anteil hat an dem, was mir widerstrebt. Einfach weil ich Teil der Gemeinschaft bin. Wo immer ich kämpfe, kämpfe ich im Außen gegen mich, weil es auch in mir ist. Darum bin ich nicht gegen Engagement. Aber dies dann nur in dem Bewußtsein, daß meine Ausstrahlung, also das, was ich wirklich bin, mehr über meine Wirkung bestimmt, als meine Worte es je tun können. Es liegt auch an mir, daß die Welt so ist.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 5:46 pm

Wow, wundervoll ausgedrückt - ich bin begeistert!

Ist es nicht leichter, statt zu kämpfen, zu integrieren? Ich glaube, daß die meisten Menschen andere Menschen verletzen, weil sie sich als getrennt empfinden. Wenn man ihnen nun das Gefühl der Verbundenheit gibt, könnten sie doch ihre Schattenseiten annehmen und so transformieren und wachsen - ist nur so eine Idee.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 6:02 pm

Die große Frage ist immer, wie akut ist ein Problem? Mal aufs menschliche übertragen: wenn der Patient mit 40 Fieber daliegt, dann bitte her mit den Antibiotika. Aber wenn es nur die jährliche Bronchitis ist, ist es falsch, dann muß man das anders angehen.

Natürlich gibt es Situationen, da muß man schreien, kämpfen und so weiter. Aber wann? Ich bin Teil der Politik, ich bin Teil des Prozesses, der zu solchen Entscheidungen führt. Kämpfen ist falsch und zu spät.

Das Problem ist immer, wenn ich als einzelner nur friedfertig werde, ich mit meiner Miniausstrahlung, ändert sich gar nichts, nirgendwo. Hat die Welt die Zeit, habe ich die Geduld, das zu ertragen?

Die meisten kapieren es nicht und gehen in die Arena und unterstützen daher mental den Kampf und die Selbstsucht und stärken sie dadurch.

In meinem Kopf habe ich dann als mahnendes Beispiel immer zwei Extreme: einerseits die Nordinder, die als Buddhisten völlig friedfertig waren und deshalb von den Muslimen übernommen und teils auch umgebracht wurden. Andererseits der große Inder Gandhi, der einmal nur durch eine Fastenaktion eine gefährliche Situation beruhigte, in dem von Tag zu Tag sich ihm mehr Menschen anschlossen und von weiteren Gewalttaten abstanden. Man kann fürchterlich scheitern und man kann völlig triumphieren, wenn man den rein geistigen Weg wählt.

Man muß wissen, wann welches Verhalten angemessen ist. Es geht dabei nicht nur im Frieden, sondern um jedes gute Ziel.

Ich sehe das so, je näher ich dem "anderen", dem, der jetzt gerade alles falsch macht, stehe, desto weniger ist der Kampf angemessen. Unsere Nähe läßt uns eben teilhaben haben an einer tieferen Verbundenheit, die auch geistig da ist.

Also für den Weltfrieden hungern, ich denke, das ist auf jeden Fall zu groß. Aber wenn es um Belange der eigenen Leute geht, und wir sind nun mal ein Volk, dann ist die Verbundenheit so groß, daß der Weg nach innen nicht vergeblich sein muß. Es müssen nur genügend Leute das verstehen und diesen Weg wählen.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Fr Okt 01, 2010 9:52 pm

Das hört sich ja alles wundervoll und friedfertig an.

Was ich aber mal ein wenig unter die Lupe nehmen würde, sind die "demokratischen Prozesse".

Merkwürdigerweise passiert es nicht selten, dass die in parlamentarischen Gremien getroffenen Entscheidungen nicht unbedingt den Willen der Wähler wiedergeben. Denn, dind diese Personen einmal gewählt, braucht es sehr viel, um sie im Laufe der Legislaturperiode wieder loszuwerden, selbst wenn sie dann ganz anders handeln, als man eigentlich glaubte. Im Prinzip sind sie an ihre eigenen Versprechnungen nicht gebunden. Schlimmstenfalls werden sie nicht wiedergewählt.

Ehrlichgesagt bin ich auch schon teilweise vor Wahllisten gesessen und war mir nicht sicher, ob ich überhaupt guten Gewissens irgendwohin ein Kreuzerl geben darf. Und ich kann die Nicht-Wähler verstehen, von denen vielleicht nicht alle zu blöd sind, um zu denken, sondern an diesem System ernsthaft zweifeln. Das Politikgeschäft hat mit Ethik, Ehre und Moral leider gar nicht so sehr viel zu tun.

Ja, so bin ich.

Und daher, sorry, vielleicht krieg ich Kloppe von allen Seiten:

Den Widerstand finde ich durchaus legitim. Nur wählen gehen und positiv denken alleine wird nichts, aber auch nichts ändern. (übrigens: ich denke, ihr wisst, dass es durchaus vorkommt, dass in Demonstrationen, in denen es um brisante Themen geht, durchaus auch bezahlte Provokateure dafür Sorge tragen, dass es zu Eskalationen kommt und die Polizei zuschlagen kann - keine Verschwörungstheorien, alles durchaus schon vorgekommen...)

Grüße von Katherene
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Sa Okt 02, 2010 4:39 am

Das stimmt schon, da widerspreche ich nicht. Aber die äußere Wirklichkeit hat mit mir zu tun, das ist der Punkt. Zwischen den Bürgern eines Landes, die Herkunft, Sprache, Art der Bilder und Gefühle weitesgehend teilen, besteht immer auch eine Verbindung, die tiefer ist als Sympathie und Antipathie und tiefer als Übereinstimmung oder Widerspruch in Sachfragen.

Darum geht es mir. Dieses innere Band. Und der Kämpfer übersieht es. Indem er bei der Sache bleibt und den Spiegel nicht sehen will, den ihm seine Welt vorhält, sorgt er nur dafür, daß sich im Grunde nichts ändert.

Ich bin alt genug um es miterlebt zu haben, wie die gesamte Ökobewegung als reine Ausweichbewegung der Apo (außerparlamentarische Oposition) entstand. Am Anfang war sie noch ein Sammelbecken für Menschen unterschiedlicher Standpunkte, doch das hörte bald auf. Das Waldsterben, das damals den Anstoß gab, war ein gefundes Fressen für eine gescheiterte politische Bewegung. Bis zu dem Punkt war Natur pfui für Linke. Sie war kein Thema, wer für Natur war, mußte ein Reaktionär oder Altnazi sein und wurde ausgebuht.

Die Apo war gescheitert und brauchte ein neues Thema, so kam der Schwenk. Bis heute wirkt das nach, indem eben die angeblichen Naturfreunde, da wo sie politische Macht haben, immer wieder Entscheidungen treffen, die einfach schlecht sind. Schaut man genau hin, sieht man aber immer noch im Hintergrund sozialistische Denkmodelle, die dann tatsächlich Naturinteressen zurückdrängen.

Damit sage ich nicht, daß ein Naturfreund nicht Sozialist sein darf. Er darf politisch sein und denken, was immer er will. Er muß nur alle politische Interessen dieser Art hintan stellen, wenn er wirklich für die Ökologie einstehen will. Und genau das passiert nicht.

Das ist der Punkt. Der Umweltschutz ist eine Methode wie jede andere auch. Ein Vorwand für im inneren verborgene, durchaus unbewußte Prägungen, die ganz woanders hinziehen. Die gutgläubigen Bürger, die bei solchen Aktionen mitmachen, sind letztlich hier genauso die Dussel, wie die, die sonst bei anderen Parteien vor den Karren gespannt werden.

Diese innere mangelnde Klärung verhindert eben, daß sich irgendetwas wirklich zum Guten wendet.

Ich sage es mal etwas übertrieben und ganz platt: wenn ich wirklich von Natur und Liebe zu ihr durchdrungen bin, wenn das mein ganzes Wesen ist, dann kann ich mit einer Rede einen Naturzerstörer zum Weinen bringen. Wenn ich aber in Wirklichkeit in der Tiefe etwas anderes bin (z. B. Sozialist oder auch was beliebiges anderes), dann wird meine Rede stattdessen beim Naturzerstörer sofort die Anti-Mechanismen gegen dies verborgene in mir hervorrufen. Auf der materiellen Ebene findet ein Scheingefecht um Bäume statt, aber auf der geistigen geht es nur um die alten Sachen. Kampf um zu Kämpfen.
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Sa Okt 02, 2010 8:23 am

@Schwarzbunte: Dein Beitrag hat mich inspiriert.

Natur

Die Natur lacht Dich durch die Augen Deines Kindes an
und zieht Dich so in ihren Bann.
Sie fließt mit Dir zum Meer hinunter
und macht Dein Leben soviel bunter.
Als Sonnenstrahl erwärmt sie Dein Herz,
ihre leuchtenden Farben heilen Deinen Schmerz.
Sie nimmt Dich an und macht Dich ganz,
Deine Seele strahlt in ihrem Glanz.
Sie ist die Fülle und das Leben
und kann Dir so viel geben:
sie liebt Dich und Du bist ihr Ausdruck in der Welt,
Du bist der Grund, daß Licht die Dunkelheit erhellt.

Sie hört Dir in der Stille zu.
Die Natur - das bist Du.


(Text urheberrechtlich geschützt)
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Sa Okt 02, 2010 9:13 pm

Hmmm, ich kann mich irgendwie mit beiden Seiten identifizieren- mit den Kämpfern und mit denen, die "lieber für als gegen etwas sein" wollen.
Wenn ich mich in einer Sache engagiere- ob nun auf die ein oder die andere Weise- interessiert mich die Sache. Jeder, der sich für die selbe Sache engagiert, wird von mir solange die Zusammenarbeit währt als Verbündeter gesehen, egal, welche verdeckten Interessen er im Hintergrund haben mag. Es stört mich nicht, wenn Parteien mich bei der Gelegenheit für ihre Zwecke ausnutzen, solange wir das selbe kurzfristige Ziel haben. Da bin ich einfach Pragmatikerin.

Ja, auch ich glaube, dass es energetisch betrachtet sinnvoller ist, f ü r etwas zu sein und zu leben, als sich in Kämpfen aufzureiben. Oftmals aber, scheint mir, brauchen wir noch den Kampf- einfach, um auf ein Problem aufmerksam zu machen.
Ich war vor -glaube ich- 2 Jahren bei der Anti-G8 dabei, wo Tausende Straßen blockierten, um die Zufahrten zum Gipfel in Heiligendamm zu blockieren- und um überhaupt der Weltöffentlichkeit zu zeigen, dass wir alle das nicht so wollen, dass da die Vertreter der 8 mächtigsten Industriestaaten unter sich über die ihnen genehmen Monopoly-Spielregeln im Umgang mit dem Rest der (nicht gefragten) Welt entscheiden.
Gleichzeitig gab es Leute wie auch viele von Attack, die -statt zu protestieren- einen Alternativvorschlag einbrachten, indem sie eine Art Alternativgipfel veranstalteten. Von dieser schönen friedlichen Idee des Alternativgipfels, an dem Vertreter aller Länder teilnehmen konnten, um demokratisch miteinander zu diskutieren, hätte aber die Öffentlichkeit fast nichts mitbekommen, weil solche netten friedlichen Aktionen einfach für die Medien nicht spannend sind, hätte es nicht die ganzen Straßenbesetzungen etc. drum herum gegeben. Der Kampf erst führte dazu, dass das Thema G8-Gipfel inklusive des Alternativgipfels für die Öffentlichkeit interessant wurde- wenn auch hier natürlich die Massenmedien nicht die Realität des friedlichen Protestes widerspiegelten, sondern vorwiegend über (in den meisten Fällen tatsächlich durch Provokateure der Polizei verursachte) Gewalt auf Seiten der Demonstranten berichteten.
Sicher sind Kämpfe Energieverlust, in Einzelfällen sogar lebensbedrohlich. Trotzdem glaube ich nach wie vor, dass Widersprüche die Entwicklung vorantreiben. Das gilt ja auch auf der ganz individuellen Ebene: Wann sind wir oft erst bereit uns zu ändern? Wenn wir den Widerspruch zwischen dem, wie wir s i n d und wie wir sein w o l l e n einfach nicht mehr ertragen können- dann bringen wir uns um- oder wir ändern uns. Trotzdem glaube ich, dass wir nicht unbedingt in jedem Fall erst in dieser absoluten Verzweiflung ankommen müssen, um uns mit dem M u t d e r V e r z w e i f l u n g daraus zu befreien. Wir können alternativ auch lernen, aufmerksam zu sein, uns selbst und die Gesellschaft anzuschauen, L e b e n s m u t entwickeln und uns freiwillig verändern, bevor wir oder die Gesellschaft in einer wirklich verzweifelten Situation landen. Die Frage ist nur: sind wir dazu bereit, für das was wir lieben nicht nur zu sterben, sondern auch zu leben?
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BeitragThema: Re: Stuttgart 21   Sa Okt 02, 2010 9:52 pm

Ich bin sowas von begeistert! Ein wundervoller Beitrag - ich danke Dir.
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Stuttgart 21
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