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 Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends

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Wingman



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BeitragThema: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Fr Dez 10, 2010 2:47 pm

Die Meisten haben sicherlich schon mysteriöse Erzählungen bzw. Urban Legends im persönlichen Umfeld gehört. Darunter gibt es garantiert welche, die in noch keiner Sammlung aufgetaucht sind, oder einfach nur in einem kleinen Umkreis weitererzählt wurden (und das oft schon vor vielen Jahren). Vielleicht kriegen wir ein paar spannende Stories zusammen. Solche Dinge entziehen sich zwar in der Regel völlig der Überprüfbarkeit (u.a. durch Stille Post-Prinzip und Fantasie-Ergänzungen), aber darum geht es ja bei sowas auch nicht. :D



Ich mach mal den Anfang...


Gläserrücken mit explodierendem Glas

Vor vielen, vielen Jahren (fünfte oder sechste Klasse) hörte ich von einer Gläserrücken-Session a'la Teenie-Party, die ziemlich schockierend abgelaufen sein soll. Die Erinnerung ist lückenhaft, jedoch ging es wohl darum, irgendwelche typisch unvorsichtigen Fragen an den Geist zu stellen. Es wurde das übliche Arrangement hergestellt (dunkles Hinterzimmer mit Kerzenlicht etc...), und auf den Tisch kam noch ein Einmachglas, welches mit Sand gefüllt war. Als dann die Session im Gange war, passierte erstmal lange Zeit nichts. Doch irgendwann (die Konzentration war wohl nicht mehr so hoch) gab es plötzlich einen lauten Knall im Zimmer. Verdutzt wurde das Licht eingeschaltet und festgestellt, dass das sandgefüllte Einmachglas explodiert war. Der Sand darin blieb jedoch wie unberührt stehen, so als sei das Glas immer noch drumherum vorhanden. An dem Punkt wurde die Session panisch abgebrochen. Ob es noch paranormale Nachwirkungen davon gegeben haben soll, weiß ich nicht, aber einige der TeilnehmerInnen mußten angeblich für eine Weile professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Anmerkung meines Verstandes: Ich bin kein Okkultismus-Experte, aber was hat ein sandgefülltes Einmachglas mit einer Gläserrücken-Session zu tun? Ich weiß nicht mehr, ob es als Glas zum rücken benutzt wurde, jedoch finde ich die Vorstellung schon etwas seltsam. Vielleicht war das ja irgendeine einfältige Teenie-Idee, z.B. das sich der Geist im Sand manifestieren sollte, oder ähnliches *g*. Auf jeden Fall eine kuriose Vorstellung...


Der schwarze Mann

Eine Erzählung aus erster Hand (von meinem besten Schulfreund damals, nennen wir ihn einfach mal "C."), die wohl in die Kategorie "Shadow People" fallen könnte. Es soll so gewesen sein, das C. spät Abends noch im Bett Musik auf seinem Walkman hörte. Das Licht war dabei bereits ausgeschaltet. Zudem war seine Zimmertür in Richtung Flur (wo ebenfalls kein Licht brannte) halb geöffnet. Irgendwann drehte C. sich zur Tür und schaute erschrocken in den dunklen Flur. Dort stand knapp vor seiner Tür eine schattenartige Silhouette, die den Umriß einer Person hatte. Er dachte zuerst, es wäre seine Mutter, die nochmal reinschaute, ob er wirklich schlief. Deshalb sagte er zu der Silhouette "Ich hab nur noch ein bisschen Musik gehört und mache jetzt aus!". Aber die Silhouette blieb bewegungslos dort stehen. Jetzt bekam C. Angst und verkroch sich unter der Bettdecke. Er will dort ewig regungslos gelegen haben, bis er vor Müdigkeit einschlief. Am anderen Morgen war nichts dort zu finden, was die Erscheinung für ihn hätte erklären können.


Rote Augen

Siehe HIER. So wurde es angeblich von einem früheren Schulkameraden erlebt. Aber durchaus interessant, weil es kein Einzelfall, sondern ein spezifisches (wenn auch seltenes) Phänomen auf der Welt zu sein scheint.


Lichtgestalt im Treppenhaus

Ich bin nicht mehr sicher, ob ich das von irgendjemandem hörte, oder in einem Leserbrief las. Dort berichtete jemand, das er als 6-Jähriger mitten in der Nacht aufgewacht sei, und auf seinem Zimmerboden anfing, mit Lego zu spielen. Die Zimmertür war zum Treppenhaus hin geöffnet. Plötzlich nahm er dort ein Leuchten wahr. Als er genauer hinschaute, sah er eine weiße, transparente Gestalt die Treppe hochkommen. Vor Schreck verkroch er sich in seinem Bett und schlief irgendwann ein. Weitere Phänomene dieser Art sollen dort nicht aufgetaucht sein.


Nächtliches Mysterium im See

Das hier hab ich definitiv mal in einem Leserbrief gelesen, und zwar in einer Zeitschrift zur Serie "Akte X" (die damals gerade erst in Deutschland angelaufen war). Dort konnten Leser von ihren eigenen, unerklärlichen Erlebnissen berichten. Es ist ewig her, aber wenn ich mich recht erinnere, lief es folgendermaßen ab: Zwei Freundinnen waren im Sommer am Ufer eines Badesees campen. Nachts faßten sie spontan den Entschluß, nochmal eine Runde im See schwimmen zu gehen. Sie hatten zusätzlich eine Luftmatratze dabei. Als sie ein gutes Stück vom Ufer weg waren, passierte plötzlich etwas Ungewöhnliches: Das Wasser um sie herum wurde langsam immer wärmer. Dadurch wurden die Beiden so beunruhigt, das sie versuchten, komplett auf die Luftmatratze zu klettern. Sie schauten ins Wasser, aber konnten wegen der Dunkelheit nichts erkennen. Auf einmal begann das Wasser unter ihnen hell zu leuchten. Jetzt war die Panik vollkommen. Sie schwammen panisch zum Ufer zurück und verkrochen sich dort im Zelt. Zusätzlich wurde der innere Reißverschluß zugeknotet (kann man bei manchen Zelten zum "abschließen", soweit ich weiß). Sobalt es hell wurde, bauten sie schleunigst ihr Lager ab, und verschwanden von dort. Sie waren dann später nochmal tagsüber dort, aber konnten äußerlich nichts an der Stelle des Sees entdecken.

Anmerkung meines Verstandes: Da ich schwimm-, schnorchel-, und tauchtechnisch auch ein bisschen Erfahrung mit solchen Seen habe, sehe ich zwei Erklärungsmöglichkeiten. Die Wärme des Wassers kann unter Umständen stark schwanken, z.B. wenn eine sehr flache Stelle (Unterwasserhügel, Sandbank etc...) mittendrin vorkommt. Das Wasser in 1-2m Tiefe ist im Sommer sehr stark durch die Sonne erwärmt. Kommt man aber ein kleines Stück tiefer (z.B. beim Schnorcheln) wird es vergleichsweise eisig. Eventuell sind die beiden Mädels also über so eine flache Stelle geschwommen, und haben es im Dunkeln auf der Luftmatratze nicht bemerkt. In einer solch angespannten Situation könnte es von denen überinterpretiert worden sein. Was das plötzliche Unterwasserleuchten betrifft: Da fielen mir als "vernünftige" Erklärung nur Nachttaucher ein, die in dem Moment dort vorbeikamen. Tauchlampen sind sehr leistungsfähig und erzeugen Nachts in Seen (vor allem wo es nicht allzu klar ist) ein weißes bis gelbes Streulicht unter der Wasseroberfläche, das durchaus ein paar Meter breit wirken kann. In dem Fall hätten aber auch Luftblasen auftauchen müssen (falls die beiden darauf geachtet haben), denn blasenlose Kreislaufgeräte gabs damals noch nicht für Sporttaucher, soweit ich mich erinnere.

Wenn jemandem dieser Bericht bekannt vorkommt, würde ich gerne nochmal das Original lesen. Im Netz habe ich leider nichts gefunden, aber es muß wohl in einem Akte X-Heft um 1993 / 1994 gewesen sein.


Sternenlicht

Dies war ebenfalls von einem Leserbrief, aber ich weiß nicht mehr, ob es aus dem Akte X-Magazin, oder einer Star-Trek Zeitschrift stammte. Dort erzählte ein Leser, das er mal im Sommer irgendwo auf einer Wiese campen war. Während die anderen Camper sich in ihre Zelte zurückzogen, wollte er noch den klaren Sternenhimmel genießen und legte sich mit seinem Schlafsack auf die Wiese. Irgendwann fixierte er einen "Stern", der immer größer zu werden schien. Er kam dann regelrecht auf ihn zu. Plötzlich bemerkte jener Leser, das er sich nicht mehr bewegen konnte. Nach kurzer Zeit füllte das Licht des "Sterns" sein gesamtes Sichtfeld aus, und er verlor das Bewußtsein. Am anderen Morgen wachte er auf der Wiese liegend auf.

Anmerkung meines Verstandes: Die Paralyse und das Lichtphänomen könnten auf einen bewußt miterlebten PreAKE-Zustand hindeuten. Aber auch die UFO-Hypothese soll hier Platz haben, denn man kann nicht jede derartige Erfahrung mit AKE-Phänomenen erklären. In dem Fall wüßte ich aber auch gerne mehr Details, jedoch das dürfte nach sovielen Jahren schwierig sein (keine Spur mehr).


Die verlassene Kapelle im Wald

In meiner alten Heimatstadt gibt es ein kleines Waldgebiet, in dem nahe des unteren Eingangs die Ruine einer alten, kleinen Kapelle steht / stand (ich glaube, die wurde inzwischen abgerissen). Die Kapelle war verlassen, seitdem ich denken kann. Es gab einen abgeschlossenen Eisenzaun drumherum, welcher aber an einigen Stellen schon beschädigt war. Von jenseits des Zaunes konnte man durch kleine Kellerfenster schauen, und eine Gruft erahnen. Angeblich lagen dort unten mehrere Steinsärge wild durcheinander.

Irgendwann (das muß zwischen der 5. und 7. Klasse gewesen sein) hörte ich aus zweiter Hand, das ein paar Jugendliche nachts hineingeklettert sein sollen, um sich die Gruft anzuschauen. Details gab es leider nicht, aber es hieß, das dort irgendwas Schockierendes passiert sein soll. Einige oder gar alle der Jugendlichen sollen danach in psychiatrische Behandlung gekommen sein. Mehr haben wir leider nicht von diesem angeblichen Vorfall gehört, aber er taugt durchaus als kurze 08/15-Gruselgeschichte. :D

Ergänzung:
Ich war heute wegen eines Termins vor Ort, und habe die Gelegenheit genutzt, in dem Waldgebiet nachzuschauen, ob es noch eine Spur des berüchtigten Gebäudes gibt. Tatsächlich hab ich was gefunden, aber entweder habe ich es völlig falsch in Erinnerung, oder es ist nur noch der Kellerbereich vorhanden (in meiner Erinnerung dachte ich eher an ein Kapellengebäude mit Spitzdach). Die Struktur der Oberseite könnte allerdings auf einen ehemaligen Überbau hindeuten. Der Zaun fehlt (bis auf zwei Pfeiler), und das Gebäude ist zur Hälfte vom Waldboden verschüttet. Innen kann man leere Sargfächer erkennen. Hier ein paar Fotos:


Vordere Gesamtansicht mit Zaun- / Torresten


Vorderseite mit Eingang (durch Waldboden versperrt)


Innenraum mit leeren Sargfächern auf beiden Seiten


Rückansicht mit Kellerfenster-Schacht (größtenteils vom Waldboden verschüttet)

(weitere Fotos)


So, die fielen mir jetzt spontan ein. Vielleicht kommen ja noch welche dazu. Ich bin gespannt auf eure Berichte, wenn ihr welche habt... Candle
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Fr Dez 10, 2010 6:39 pm

Lustige Schauergeschichten ^^

hey, gestern abend hatte ich auch ein rotes Licht im Zimmer. Aber nur eins - ein Zyklop? :D

Irgendwie kommt es mir vor, als wären Teenies prädestiniert für solches Zeug - mag das am Übergangsstadium der Pubertät liegen? xD
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Fr Dez 10, 2010 8:45 pm

Murchadh schrieb:
hey, gestern abend hatte ich auch ein rotes Licht im Zimmer. Aber nur eins - ein Zyklop? :D
Vielleicht das Standby-Licht eines Elektrogerätes? :D

Zitat :
Irgendwie kommt es mir vor, als wären Teenies prädestiniert für solches Zeug - mag das am Übergangsstadium der Pubertät liegen? xD

Jepp, ich denke schon. Ich kenne jedenfalls keinen (inkl. mir selbst), der sowas in dem Alter nicht unglaublich spannend fand. Hat vielleicht mit der Entdeckung der eigenen Umwelt, und mit dem Reiz des Unbekannten zu tun. Jedenfalls auf eine verspielte Weise, denn in dem Alter gehts ja mehr um den Nervenkitzel, als um echte Forschungsabsicht mit (möglicherweise entmystifizierenden) Ergebnissen.
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Deyanara
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Fr Dez 10, 2010 8:56 pm

Zitat :
Ich kenne jedenfalls keinen (inkl. mir selbst), der sowas in dem Alter nicht unglaublich spannend fand. Hat vielleicht mit der Entdeckung der eigenen Umwelt, und mit dem Reiz des Unbekannten zu tun.

Da kann ich mich nur anschließen ;)

Ich denke es ist normal das die "Jugend" sich anfänglich damit beschäftigt-es ist wie Wingman sagt, ein kleiner Nervenkitzel.Und ich denke so ziemlich jeder ist wenigstens mal mit dem Ohr dabei gewesen^^
Und es ist ok-so machen sie Erfahrungen :)
Naja ich selbst bin vorrangig mit den Ami-Geschichten aufgewachsen-Das Mädchen im Wald die im Auto sitzt und ein Kratzgeräusch hört, die Anrufe bei der Babysitterin aus dem eigenem Haus und so weiter^^
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natrix



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Sa Dez 11, 2010 1:17 am

Hmm, rote Augen und weiße Lichtgestalt wurden mir auch schon recht glaubwürdig erzählt- in beiden Fällen von Leuten, die während ihres Erlebnisses im jugendlichen Alter waren. Aber das muss ja nichts heißen. Ich selbst habe im Erwachsenenalter andere komische Sachen gesehen, die ich erst mal für mich behalten möchte. Erschreckt hat mich das nur beim 1. Mal, danach fand ich's interessant. Inzwischen halte ich es einfach für normal, dass Leute manchmal Sachen sehen, die nicht alle sehen. Na und? Ich halte mich und andere deswegen weder für geistesgestört, noch für sonderbar begabt. Ich kann mich aber noch gut erinnern, dass ich am Anfang auch immer erfolglos nach möglichst logischen wissenschaftlichen Erklärungen gesucht habe. Heute ist mir das nicht mehr wichtig. Ich bin neugierig,
m u s s aber nicht alles verstehen.
Aber eine Erinnerung an hysterische Jugendliche habe ich auch aus meiner eigenen Schulzeit- ich glaube ich war 10: Wir waren auf Klassenfahrt und die meisten waren irgendwie im Wald spazieren. Irgendwann ging ich auch in den Wald. Da kam mir die ganze Gruppe panisch entgegen: "Da hängt ein Toter am Baum" schrien sie, "so eine weiße Gestalt", "da muss sich jemand erhängt haben", ich fühlte mich veralbert, aber die sahen alle echt fertig aus und rannten auch schon weiter. Meine Neugier war größer als meine Angst, ich dachte auch, man muss ja nach dem Mann sehen, vielleicht ist jemand noch zu retten, vor allem aber dachte ich- was für eine Gruselgeschichte. Ich ging langsam weiter, aber dann kam mir auch noch die allerletzte Schülerin entgegengerannt- die war nicht so sportlich und konnte nicht so schnell rennen wie die anderen. Sie war völlig in Panik und bestürmte mich, doch keinesfalls weiterzugehen... Ich muss zugeben, da hab ichs dann gelassen. Ihr Zustand war doch recht panisch und ich kannte sie nicht als gute Schauspielerin. Hab nie rausgekriegt, ob die mich damals auf den Arm genommen haben oder wirklich jemand etwas "gesehen'" hatte. Schade eigentlich.
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Silas
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Sa Dez 11, 2010 10:05 am

Also in "meinem" Wald,hat sich tatsächlich mal jemand erhängt.Ich habe aber weder die Leiche,noch deren Geist gesehen,gehört oder gespürt.Die hat auch sicherlich schnell jemand da weggenommen,darüber bin ich auch sehr froh....
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   So Dez 12, 2010 8:11 am

Vor ein paar Wochen passiert: ich hänge mit dem Labtop so schräg auf dem Sofa, die Tastatur ist deutlich nach unten geneigt. Da springt die kleine Plastikkarte, die nur als Platzhalter drin ist für echte Karten, hoch. Sie sitzt ganz locker und drinnen ist keine Mechanik zum Rausklicken, man muß sie leicht ziehen, eine technische Erklärung für den Sprung gibt es also nicht. Aber mehr ist nicht passiert. Was wollte mir der PC damit sagen?
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   So Dez 12, 2010 10:52 am

...vielleicht, daß Du Dich zu viel mit dem Laptop in der virtuellen Welt bewegst? Lol

Licht und so... :D Mrs.Spirit

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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   So Dez 12, 2010 11:52 am

Also, dann wäre er fremdgesteuert gewesen. Denn ohne mich ist er zum Schlafen verdonnert!! Oder sind Computer auch selbstlos und geben freiwillig Botschaften weiter, die ihnen nicht nutzen? :Ahh

Also das mit dem Kärtchen ist wirklich passiert, das war kein Scherz, allerdings hat es mich auch nicht gegruselt. Wer weiß, wie das zustandekam. Candle
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mi Dez 29, 2010 2:13 am

He, jetzt sind auf mich kürzlich auch rote Augen aus der Finsternis zugekommen- ich musste gleich an unsere Plauderecke denken, als das geschah, und was das Gruseligste war: es waren gleich 3! Und wieder bei einer Art Camp! Allerdings weit ab vom Schuss im Elbsandsteingebirge in der Nähe eines Felsüberhangs, wo wir Lagerfeuer machten- als sie ganz dicht heran waren, konnte ich den Rest des Gesichtes darunter schemenhaft erkennen. Vorher war das schwierig, denn die rote Stirnlampe schien so hell...
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MaxineStuart
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mo Jan 03, 2011 11:27 am

Ne rote Stirnlampe? Skeptisch Also nix mit Geist oder wie?

Mhm, ich glaube schon das die jugendliche Phase was mit dem ganzen zu tun haben könnte. In der Zeit ist man sehr zugänglich für Eindrücke UND Beeinflussung von außen. Man nimmt seine Umwelt auf eine Weise wahr, wie sonst wahrscheinlich selten. Auch mir sind in der Zeit ein paar komische Sachen passiert (wie vermutlich jedem). Eine Geschichte davon werd ich euch erzählen.

Die Bronzemaria

Dem Haus meiner Eltern gegenüber liegt ein Friedhof. Ich hatte nie Angst davor mich dort zu bewegen und zu jeder Tages- und Nachtzeit dort herumzustromern, im Gegenteil, ich bin oft zum Nachdenken und Entspannen rübergegangen, weil die ganze Anlage wie ein Park angelegt ist und wirklich schön anzusehen ist. Irgendwann war ich fast den ganzen Nachmittag unterwegs und entdeckte auf einem Grabstein die Bronzestatue einer Maria. Die, um ehrlich zu sein, verdammt gruselig aussah. Plötzlich hatte ich den Eindruck, dass sie mich ansah und aus irgendeinem dummen Grund ging ich hin um sie zu berühren. Fehler! Ich hatte das Gefühl einen Eisblock berührt zu haben und als klebe jetzt zäher, schwarzer Schleim an meiner Hand. Ich war vollkommen perplex und wusste nur noch das ich wegwollte. ALso wandte ich mich ohne zurückzuschauen ab und ging so schnell ich konnte, ohne zu rennen, in Richtung Ausgang. Inzwischen war es schon fast SOnnenuntergang und auf der letzten Allee zu den Eisentoren fiel mir ein, dass um diese Zeit wahrscheinlich schon abgeschlossen war. Dann kribbelte es mich im Nacken und ich sah mich um. Normalerweise spüre ich "ungewöhnliche" Sachen nur. Ich kann weder Auren, noch Erscheinungen sehen oder sowas. Aber in diesem Moment sah ich tatsächlich vor meinem inneren Auge, wie hinter mir eine dunkle Welle aus ... keine Ahnung... Geistmaterie? Schlechte Energie? - jedenfalls eine dunkle Welle hinter mir her schwappte. Mir wurde eiskalt und ich wusste, dass mich diese Energie auf keinen Fall berühren durfte. Ich fetzte los so schnell mich die Füße trugen, mir wohl bewusst, dass der Weg noch endlos weit war und ich keine besonders gute Sprinterin bin. Aus irgendeinem Grund war ich mir absolut sicher, dass ich außerhalb des Friedhofs vor dieser Kraft sicher sein würde. Also spurtete ich mit aller Kraft, sprang auf die Querstreben im Eisentor, zog mich hoch und fiel quasi mehr als zu springen auf der anderen Seite zu Boden, direkt zu Füßen einer älteren Dame, die gerade ihren Cockerspaniel ausführte. Ich muss wohl ziemlich dumm ausgesehen haben, so mit aufgeschlagenen Knien und weißem Gesicht, wie ihr Hund mich beschnüffelt hat, denn sie hat gelächelt und gemeint: "Kindchen, vor einem Friedhof muss man doch keine Angst haben." Ich drehte mich bloß um und starrte die formlose schwarze Masse an, die immer noch gegen das Tor brandete und sprudelte. Aber wie ich vermutet hatte, drang sie nicht durch. Also hab ich mich auf die Beine gekämpft, die Dame angelächelt und bin verschwunden so schnell es ging.
Ich hab mich erst Monate später getraut die Statue wieder zu besuchen und obwohl sie einen immer noch anstarrt, hat sie nichts gruseliges mehr getan. Aber ich habe sie wohlweislich nie wieder berührt.

was meint ihr dazu?

Liebe und so,
Max
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mo Jan 03, 2011 3:40 pm

MaxineStuart schrieb:

was meint ihr dazu?
Sehr interessant. Vielleicht hast du dort wirklich eine nicht-physische Energiewelle wahrgenommen, die von der Statue, oder irgendeiner "Besetzung" des Gegenstandes ausging. Es ist schade, das die schwarze Substanz nicht analysiert wurde. Aber wäre in dem Alter auch schwierig gewesen *g*.

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Ich habe noch eine echte Massenhysterie-Geschichte auf Lager, die ich mal miterlebt habe. Das hat allerdings weniger mit paranormalen Phänomenen zu tun, sondern mit dem unkontrollierten Hineinsteigern einer Gruppe in etwas...


Massenhysterie im Ferienlager

Wir machten damals in der 5. oder 6. Klasse eine Klassenfahrt (mit zwei Klassen zusammen), die ca. drei Tage dauern sollte. Die Klassenfahrt führte zu einer Art Ferienlager-Gelände auf dem Land. Im Wesentlichen bestand das Gelände aus zwei zweistöckige Blockhütten auf einer hügeligen Wiese, die kreisförmig von einem kleinen Wald umgeben war. Es war alles in allem ziemlich trist (auch vom regnerischen Wetter her). In einer Hütte waren die Jungs untergebracht, und in der anderen die Mädels und Lehrer(innen).

Am Abend des ersten Tages gingen wir in den Schlafraum der Hütte (oberes Stockwerk). Die Jungs waren schon ziemlich überdreht, da manche von ihnen auch zum ersten Mal alleine woanders übernachteten. Es gab die übliche, laute Pubertäts-Wildheit mit unkontrollierten Emotionen und irrationalen Verhaltensweisen. Ich hab mich da relativ rausgehalten, und fand es größtenteils albern. Irgendwann beschlossen einige Jungs, das Waldstück zu erkunden, welches vom Fenster der Hütte aus zu sehen war.

Sie nahmen ihre Taschenlampen mit (darunter Bundeswehrlampen mit roten und grünen Farbfiltern), und gingen die Wiese herunter bis zu dem Waldstück. Es setzte sich aus ziemlich kleinen Bäumen zusammen, und war auch nur wenige Meter breit. Dahinter schien ein normales Feld zu liegen, denn die umgebende Landschaft bestand sowieso zum größten Teil aus landwirtschaftlichen Flächen. In dem dunklen Wäldchen kam zur angeheizten Stimmung natürlich noch der Gruselfaktor hinzu, von dem sich Teenies ja gerne mitreißen lassen. Die eher preisgünstigen Taschenlampen ließen nur schemenhafte Details erkennen, und die "coolen" Bundeswehr-Farbfilter wurden diesbezüglich auch nicht zweckdienlich verwendet. Rolleyes

Irgendwann kam ein Mitschüler aus der Dunkelheit gelaufen, und erzählte aufgeregt, das dort hinten im Wald ein blutiges Stofftuch läge. Das wurde von den anderen Jungs auch gleich zum "blutiges Leichentuch" umgedichtet. Statt sich das erstmal in Ruhe anzuschauen, wurde der Wald weiter aufgeregt und unkoordiniert durchstöbert. Kurz darauf kam ein anderer Mitschüler mit der Behauptung an, er habe einen "Eispickel" gesehen. Daraus wurde dann natürlich direkt auf das Mordinstrument (passend zum "blutigen Leichentuch") geschlossen. Jetzt bekamen es die anderen Jungs langsam mit der Angst zu tun, denn die Spekulationen formten sich in ihren Köpfen offenbar zu Tatsachen. Ich ließ mich mangels Beweisen nicht aus der Ruhe bringen, aber fand die sich aufschaukelnde Stimmung schon unheimlich.

Wir kehrten alle zur Hütte zurück, und gingen in das obere Stockwerk zu unseren Feldbetten. Die ganze Zeit waren in der Hütte keine Lehrpersonen anwesend, die uns beaufsichtigten. Dort, in dem mit ca. 40 Schülern auch noch stark überfüllten Schlafstockwerk, gingen die Spekulationen ungehemmt weiter. Es wurden aus den angeblichen Sichtungen im Wald die absurdesten Gruselszenarien gesponnen, an die ich mich im Detail leider nicht mehr erinnere. Aber einige der Schüler behaupteten noch, an einem Baum (der in der Mitte der Wiese stand) hätten sie Blut gesehen, und es würde ein Wildschwein frei auf dem Gelände rumlaufen. Dabei wurde auch eifrig aus dem Fenster in Richtung des dunklen Wäldchens geschaut.

Nach einer Weile war die Sache schon als echte Hysterie zu bezeichnen, und die ersten Schüler gerieten in Angst und Panik. Plötzlich konnten wir Lichter in dem Waldstück sehen, die darin umhertanzten. Diese Lichter waren offenbar Taschenlampen von anderen Jugendlichen, die dort herumliefen (obgleich die nicht zum Gelände gehören konnten). Aber es wurde natürlich in die Gruselhysterie hineinverwoben. Als dann einige Schüler anfingen zu heulen, wurde endlich ein Lehrer geholt. Dieser hatte große Mühe, die Schüler zu beruhigen, denn bis auf mich und zwei andere, waren praktisch schon alle panisch. Manche versuchten schon zu schlafen, aber dafür war die Stimmung noch zu hochgeschaukelt. Wegen des Platzmangels schliefen einige Schüler mit ihren Schlafsäcken auf dem Boden, und die panischeren Schüler trampelten beim unruhigen Umherlaufen auf sie.

Später schien dann plötzlich ein Taschenlampenstrahl von unten die Treppe hinauf in das obere Stockwerk. Im unteren Stockwerk gab es ebenfalls ein Fenster, aber aus undurchsichtigem, geriffelten Glas. Vermutlich hat einer der Lehrer, oder die fremden Jugendlichen dort hineingeleuchtet. Das löste bei einigen Schülern allerdings wieder Panik aus, weshalb erneut ein Lehrer geholt wurde, um sie zu beruhigen. Es fielen geheulte Sätze wie "Wir sind 15km von Zuhause entfernt!" und "Wir kommen hier nie wieder raus!". Lustigerweise von den Schülern, die sich sonst im Alltag immer als die "coolsten" aufführten. Als es dann endlich gelang, sie wieder weitestgehend zu beruhigen, teilten wir uns auf beide Stockwerke auf, da es oben einfach zu eng war (veranstaltungstechnisch war das ganze ohnehin mies organisiert).

Für den Rest der Nacht wurde dann ruhig geschlafen. Ich blieb allerdings die ganze Nacht wach, was jedoch damit zusammenhing, das ich mit meinem Schlafsack auf dem Küchenboden lag, und es dort von unzähligen Stubenfliegen wimmelte. Der Fußboden war auch schon mit toten Fliegen übersäht. Zudem grübelte ich über die Ereignisse nach, und fragte mich, wie man sich da so hochschaukeln kann. Dabei starrte ich durch den Flur der Hütte in Richtung Dunkelheit (die Tür war offen). Aber in dieser Nacht passierte nichts Bemerkenswertes mehr.

Am anderen Morgen gingen wir dann im Tageslicht zu den Stellen, wo im Dunkeln die vermeindlichen Sichtungen waren. Zuerst auf der Wiese an dem Baum, der angeblich blutig war. Im Tageslicht sah man, das es sich nur um Baumharz handelte. Weiter ging die Erkundung in das Wäldchen hinein. Dort fanden wir das "blutige Leichentuch". Es war eine weiße Plastikplane, die teilweise mit braunem Schlamm bedeckt war. Im roten Filterlicht der Bundeswehrtaschenlampen sah das natürlich rötlich aus (aber Tarnlicht ist doch sooo kuuuuuhl!!!! :D). Kurz danach wurde in der Nähe auch der "Eispickel" gefunden. Es handelte sich um eine simple, rostige Eisenstange, wie man sie von Baustellen kennt. Von angeblichen Wildschweinen gab es auch keine Spur. Danach wurde gepackt und die Heimfahrt angetreten (früher als geplant). Sicherlich die verrückteste und kürzeste Klassenfahrt, die ich mitgemacht habe.

Dieses Erlebnis hat mir gut gezeigt, wie sich geistig undisziplinierte Personen bzw. Gruppen in etwas hineinsteigern können, das dann in echter Massenhysterie endet. Deshalb ist auch Erdung so wichtig, wenn man sich mit Grenzthemen befasst. Gerade bei Bereichen, die unsere Urängste ansprechen, und großes Gruselpotential haben.
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MaxineStuart
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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Di Jan 04, 2011 7:41 am

Zitat :
Sehr interessant. Vielleicht hast du dort wirklich eine nicht-physische Energiewelle wahrgenommen, die von der Statue, oder irgendeiner "Besetzung" des Gegenstandes ausging. Es ist schade, das die schwarze Substanz nicht analysiert wurde. Aber wäre in dem Alter auch schwierig gewesen *g*.

Nein, ich glaub für ne Analyse hätte ich gar nicht die Mittel gehabt und außerdem, war ich viel zu ängstlich. :D

Die Geschichte ist echt lustig. Ich kann mir richtig vorstellen, wie ihr alle dort zusammengepfercht saßt und euch Gedanken gemacht habt. Obwohl ich mich nicht erwehren kann, in deinen Worten eine gewisse Häme über das kopflose Verhalten deiner Klassenkameraden zu entdecken. :P
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Di Jan 04, 2011 8:36 am

MaxineStuart schrieb:
...Obwohl ich mich nicht erwehren kann, in deinen Worten eine gewisse Häme über das kopflose Verhalten deiner Klassenkameraden zu entdecken. :P
Deine Entdeckung ist korrekt. :D
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Di Jan 11, 2011 12:35 pm

Für die passende Stimmung, hier noch ein Video aus "meinem" Wald (ein bisschen dabei verlaufen, und es wurde dunkel, bis ich den Ausgang fand *g*)... :Ahh

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natrix



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BeitragThema: Geheimnisvolle Lichter in Deinem Video   Di Jan 11, 2011 1:13 pm

Da ich fast nie eine Taschenlampe dabei hab, wenn ich im Dunkeln im Wald bin, find ich es inzwischen mit Taschenlampe im Dunkeln richtig schräg und gruselig- hab da immer das Gefühl- Taschenlampe hin oder her- ich seh nix, aber alle sehen m i c h, wie ich da mit der Taschenlampe ungeschickt herumgeistere. Gar nicht gut. Glaub mir: mach sie aus und Du fühlst Dich besser (nach etwa 15 Sekunden, in denen nix passiert ist)

Was sind denn das für Lichtlein, die Du kurz vor Schluss findest: Dein eigener Ritualplatz, an dem noch die Kerzen brennen, von dem aus Du nur kurz mal aufs Klo musstest, bevor Du Dich verlaufen hast? Clap

Bitte: den detaillierten Rest der Geschichte Deiner Nachtwanderung!
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Di Jan 11, 2011 9:36 pm

natrix schrieb:
Da ich fast nie eine Taschenlampe dabei hab, wenn ich im Dunkeln im Wald bin, find ich es inzwischen mit Taschenlampe im Dunkeln richtig schräg und gruselig- hab da immer das Gefühl- Taschenlampe hin oder her- ich seh nix, aber alle sehen m i c h, wie ich da mit der Taschenlampe ungeschickt herumgeistere. Gar nicht gut. Glaub mir: mach sie aus und Du fühlst Dich besser (nach etwa 15 Sekunden, in denen nix passiert ist)
Ich mache es eher so: Die Taschenlampe schalte ich nur ein, wenn ich etwas unbedingt ausleuchten muß (also unbekannte Wege oder Gelände abseits der Wege, wo man stolpern könnte). Das Ding ist auch irrsinnig hell auf höchster Stufe. Wenn ich sie benutzen muß, mache ich dabei ein Auge zu, damit das an die Dunkelheit gewöhnt bleibt. Das menschliche Auge braucht ja 30-45 Minuten, um sich völlig an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Zitat :
Was sind denn das für Lichtlein, die Du kurz vor Schluss findest: Dein eigener Ritualplatz, an dem noch die Kerzen brennen, von dem aus Du nur kurz mal aufs Klo musstest, bevor Du Dich verlaufen hast? Clap
Leider nicht ganz so mystisch :D. Ein großer Gasthof nahe des Waldrandes, kurz nachdem man aus dem Wald hinauskommt. Das war also schon wenige Minuten vor dem Ende der Reise.

Zitat :
Bitte: den detaillierten Rest der Geschichte Deiner Nachtwanderung!
Aaaalso...

Das war in einem Winter vor ca. zwei Jahren. Ich kannte diesen Teil des Waldes erst sporadisch, und beschloss eines Mittags mal, dorthin zu gehen. Dazu hatte ich einen Kartenausdruck von Google mitgenommen. Der war aber von 2006, und schien an manchen Waldecken nicht mehr ganz aktuell zu sein.

Anfang der Wanderung

Ich ging dieses Mal sehr sehr tief in den Wald hinein, weil ich die Überreste eines alten Bunkers suchte, der auf Google Earth markiert war. Allerdings, so akribisch ich auch suchte, ich fand ihn nicht. Irgendwann kam ich vom Weg ab, und befand mich in einem Gebiet, das mit düsteren Nadelbäumen zugewachsen war.

Düsteres Nadel-Unterholz

Ich wußte nun nicht mehr, wo ich mich auf der Landkarte befand (wie ich heute weiß, war ich sogar ein Stück außerhalb davon), und die Sonne ging langsam unter. Da der Hinweg schon sehr lang war (ca. zwei Stunden), merkte ich, das ich zurückmußte, falls ich nicht stundenlang in der Dunkelheit umherirren wollte.

Sonnenuntergang

Damals hatte ich noch keinen Kompass, und so richtete ich mich nach der untergehenden Sonne. Mein Waldausgang (wo meine Bushaltstelle für die Rückfahrt war) befand sich im Westen, und so hatte ich eine grobe Richtung. Allerdings mußte ich Gas geben, denn die Sonne blieb ja nicht mehr ewig zu sehen.

Mond zwischen Bäumen

Kurz nachdem sie dann untergegangen war (allerdings gabs noch den schönen roten Abendhimmel, wie man auf dem Video sieht), fand ich zurück auf einen Weg, und dort stand auch eine Landkarte. Ich prägte mir den kürzesten Weg zu meinem Ausgang ein (noch ca. 3-4km), und wanderte los.

Letztes Abendrot nach Sonnenuntergang

Da wo man auf dem Video das erste Mal den Mond sieht, hatte ich ca. die Hälfte des Weges geschafft. Gegen Ende war alles sehr düster, aber noch schemenhaft mit den Augen erkennbar. Aber für die Digicam half ich mit der Taschenlampe nach. Denn sie ist nicht so lichtempfindlich, wie das menschliche Auge. Candle

Es wird sehr düster

Irgendwann sah ich dann die Lichter von dem Gasthof, und wußte, das es nicht mehr weit war. Ein paar Minuten später überquerte ich noch eine Eisenbahnbrücke, und dann stand ich auch schon an der nahegelegenen Bushaltestelle. Wenige Tage später habe ich mir einen Kompass besorgt. Lol

Himmel am Waldausgang mit Venus

Insgesamt war es eine ziemlich verschlungene Wanderung von über 12km Länge, die fast fünf Stunden dauerte. Und der Wald war an dem Tag auch menschenleer (vielleicht zu kalt für die meisten Spaziergänger *g*). So, detailliert genug? :D
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natrix



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mi Jan 12, 2011 12:06 am

Hmmm, danke! Als Bericht ist es durchaus detailliert genug. Als Geschichte hätt ich mir noch so ein wenig von Deinem inneren Monolog, Deinen Gefühlen dabei etc. gewünscht. Du kannst doch sonst richtig gut erzählen! Was geht in einem Mann vor zwischen: "aha, die Sonne ist untergegangen- das Licht reicht nicht mehr für gute Filmaufnahmen ohne Taschenlampe" und "Was kostet bitte dieser Armeekompass?"

Oder bist Du tatsächlich so durch und durch praktisch?
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mi Jan 12, 2011 8:46 am

natrix schrieb:
Hmmm, danke! Als Bericht ist es durchaus detailliert genug. Als Geschichte hätt ich mir noch so ein wenig von Deinem inneren Monolog, Deinen Gefühlen dabei etc. gewünscht. Du kannst doch sonst richtig gut erzählen! Was geht in einem Mann vor zwischen: "aha, die Sonne ist untergegangen- das Licht reicht nicht mehr für gute Filmaufnahmen ohne Taschenlampe" und "Was kostet bitte dieser Armeekompass?"
Es ist ja schon eine Weile her. Aber innerlich dachte ich dabei über Survival-Dokus und Tipps nach, die ich mal aufgeschnappt hatte. Und das viele Leute unruhig werden, wenn sie sich in der Natur verlaufen. Eine gewisse Getriebenheit war da, aber natürlich keine Panik *g*. Ich kenne allerdings Fälle, wo es vorkam, das die Leute (meist völlig natur-unerfahrene Städter) wie die aufgescheuchten Hühner nervös und ziellos rumrannten. Das bringt natürlich nichts, weil es nur Energie verschwendet, und einem noch mehr die Orientierung verlieren läßt. Es wäre dort zudem irrational, weil man eh wieder irgendwo in der Zivilisation rauskommt, wenn man 1-2 Stunden stur in eine Richtung läuft. :D

Trotz meines Ziels in der Ferne, und der aufkommenden Dunkelheit, genoss ich die Situation auch etwas. Die Stille und Einsamkeit hatte ihren Reiz, und der rote Sonnenuntergang umso mehr (vor allem da ich in diese Richtung mußte, und ihn so meist vor mir hatte *g*). Es war körperlich eine anstrengende Wanderung (länger als geplant), doch die Erinnerung daran ist eher stimmungsvoll, als strapaziös. Seitdem war ich nicht mehr bei Sonnenuntergang im Wald, aber ich habe es demnächst wieder vor. Vielleicht mach ich auch wieder ein paar Aufnahmen.

Ach ja, mitten in dem Nadelbaum-Unterholz hatte ich auch noch Folgendes gefunden:

Survival-Hütte

Vermutlich eine Art Survival-Hütte, die Leute dort zur Übung aufgebaut haben. Ich war ein Jahr später nochmal dort, und da stand sie immer noch. Vielleicht ist sie heute ja auch noch da, denn sie stand ja recht abgeschieden.

Zitat :
Oder bist Du tatsächlich so durch und durch praktisch?
Ziemlich, ja. Ich kann aber auch der stimmungsvollen Romantik einer solchen Situation viel abgewinnen. Allerdings kann ich das besser durch meine Fotos ausdrücken, statt mit Worten. Meine Umschreiben sind in der Regel sehr pragmatisch.
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natrix



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Mi Jan 12, 2011 10:00 am

He, danke, mit diesem Mix aus Bild und Wort kann ich doch noch mehr anfangen, auch wenn Du sicher das Bild bevorzugst. Hat mir Freude gemacht, zu sehen und zu lesen.
Ich hab mich so oft verlaufen draußen und ein Teil von mir liebt dieses leichte Prickeln, diese erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber der Umgebung. Du hast Recht, es ist hierzulande kein großes Problem, weil man ja immer irgendwann eine Straße findet- und trotzdem bin auch ich in Gedanken manchmal schon die Möglichkeiten durchgegangen: setz ich mich jetzt einfach die Nacht unter diese Fichte oder will ich eigentlich unbedingt nach Hause? In der Regel bin ich nach Hause gegangen, weil ich befürchtete , sonst zu frieren und zu faul war, mir für die paar Stunden aufwändig etwas Passendes aus Naturmaterial zu bauen. Ich weiß zwar wie's geht, bin aber dabei noch so langsam, dass ich im Dunkeln wahrscheinlich die ganze Nacht dafür brauche- das ist natürlich a u c h ein Weg, um nicht zu frieren. Ich bin dem Verlaufen dankbar, weil es mich wie Dich zu ungewöhnlichen Zeiten an Orte gebracht hat, deren Schönheit oder besondere Stimmung ich sonst wahrscheinlich nicht entdeckt hätte. Insofern möchte ich mich gern ab und an weiter verlaufen, andererseits aber auch mehr über Orientierung lernen. Bin nur ein bissel besorgt, ob das eine das andere ausschließt... Andererseits: Orientierung kann man ja am besten im unvertrauten Gelände üben- da werd ich mich bei meinem "Talent" ja sicher beim Lernen noch oft genug verlaufen. Rot werd
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Wingman



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BeitragThema: Re: Selbst gehörte Erzählungen / Urban Legends   Do Jan 27, 2011 3:58 pm

Eine aktuelle Neuverfilmung (diesmal leider ohne Mond)... ;)

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